Da kommt die Wärme her.

Wer in St. Pölten Kunde der Fernwärme GmbH ist, der bezieht Abwärme aus drei Abwärmequellen (Abwärme aus dem Wärmekraftwerk Dürnrohr, Prozesswärme aus der Müllverbrennungsanlage und aus einer Biomasseanlage). Durch diese effiziente Nutzung werden im Jahr rund 21 Millionen Kubikmeter Erdgas und damit mehr als 40.000 Jahrestonnen an CO2-Emissionen eingespart.

So viel Umweltschutz ist ausgezeichnet – und wurde 2009 auch mit dem Climate Star, Auszeichnung des Klimabündnis Europa für die besten Klimaschutzprojekte von Gemeinden und kommunalen Netzwerken in ganz Europa, ausgezeichnet.

Wärmeabsatz: ca. 240 GWh/a (Dampf und Heißwasser)
Wärmeeinsatz: ca. 380 GWh/a
Primärenergie: Erdgas (KWK), Abwärme aus Dürnrohr

Rund 200 Gigawattstunden (GWh) und damit zwei Drittel des Bedarfs an Fernwärme entstammen der Abwärme aus Dürnrohr und werden über die längste Fernwärmeleitung Österreichs ohne wesentlichen Energieverlust nach St. Pölten transportiert. In Dürnrohr wird durch die Müllverbrennungsanlage AVN, eine Biomasseanlage bzw. aus dem Kraftwerk Dürnrohr Wärmeenergie erzeugt.

Bild: EVN Perry Moser

Bild: EVN Perry Moser

 

 Technische Details zum Bau der längsten Fernwärmeleitung Österreichs

  • 31 km Fernwärmeleitungsbau
  • DN 450 Vorlaufleitung, DN 400 Rücklaufleitung
  • 5 Düker (das sind Druckleitungen zur Unterquerung einer Straße, eines Tunnels, eines Flusses oder von Bahngleisen.)
  • Mehrere Straßen- und Eisenbahnquerungen
  • Mehrere Kilometer an Grundwasserabsenkungen während der Bauphase, um die Fernwärmeleitung in die Künette absenken zu können.
  • Max. Vorlauftemperatur 140 Grad Celsius ab Werk Dürnrohr
  • Max. Vorlaufdruck 40 bar ab Werk Dürnrohr
  • Temperaturverlust bis St. Pölten ca. 2 Grad Celsius
  • Die Wärmeübergabestation St. Pölten besteht aus zwei 25 MW Wärmetauschern

Im Zuge des Leitungsbaus wurden etwa eine halbe Million Kubikmeter Erde bewegt, die Baufläche betrug fast 100 Hektar. Im Zuge der Bauarbeiten wurden zahlreiche archäologische Funde gemacht. Die archäologischen Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes hatten einen Umfang von rund 10.000 Stunden und wurden von der Fernwärme GmbH finanziert.

In St. Pölten gibt es vier Betriebsstandorte der Fernwärme

  • das Fernheizkraftwerk (FHKW) Nord, Mühlweg 42
  • das FHKW Süd, Porschestraße 5
  • ein Blockheizwerk, Gutenbergstraße 10 und
  • Energieversorgungszentrale (EVZ) Salzer, Stattersdorfer Hauptstraße

Insgesamt 43 Personen kümmern sich in zwei Bereichen um die Erzeugung und Verteilung von Wärme und Strom.

  • Wärme- und Stromerzeugung in den Fernheizkraftwerken bzw. im Blockheizwerk Gutenbergstraße sowie Übernahme von Wärme aus der EVZ Salzer
  • Verteilung von Wärme über das Rohrnetz an die öffentlichen Einrichtungen, Haushalte und Betriebe.